| Ungewöhnlicher Abschluss eines Projekts |
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| Mittwoch, 16. November 2011 um 00:50 |
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„Soziales Engagement“ auf dem jüdischen Friedhof in Bad Buchau Am vergangenen Mittwoch, den 9. November 2011 wurde auf dem jüdischen Friedhof in Bad Buchau wie vielerorts an die Verwüstungen und hässlichen Folgen der Reichsprogromnacht gedacht. Einen Unterschied gab es allerdings vielleicht, der Pfarrer Markus Lutz, der die Anwesenden begrüßte und den Kaddisch las, ebenfalls erfreut auffiel: Es waren erstaunlich viele Jugendliche da und die meisten nahmen sogar aktiv an der Gedenkfeier teil. Dies hatte allerdings auch einen Hintergrund.
Schüler der Jugendmusikschule Bad Buchau musizierten mit einem Klarinetten- quartett ruhige, kanonartig miteinander verschlungene Melodien, die genau zu der ruhig gehaltenen Gedenkfeier passte. 13 Schüler der Federsee-Schule und der Jakob-Emele-Schule in Bad Schussenried lasen im Verlauf der Feierstunde Texte, die das damals Erlebte und die Schiksale der Buchauer Juden sehr lebendig und eindrücklich werden ließen. Die besonders hohe Zahl der Jugendlichen an der diesjährigen Gedenkfeier hatte unter anderem den Grund, dass 13 Schüler der Realschule aus Bad Schussenried ihren Einsatz „Soziales Engagement“ Wochen zuvor auf dem jüdischen Friedhof machten. Entstanden war dieses „Sonderprojekt ToP SE“, nachdem eine Instandsetzung des jüdischen Friedhofs auch in den Augen des Bürgermeisters Diesch dringend nötig, aber bis zum Gedenktag alleine durch den Bauhof nicht zu bewerkstelligen war. Den entscheidenden Kontakt zur Schussenrieder Schule hatte der Ehrenamtliche Ralf Liesner hergestellt und nach einer einer kurzen Informationsrunde direkt in der Schule hatten Charlotte Mayenberger und Ralf Liesner sofort eine stattliche Anzahl interessierter Jugendlicher vorgefunden. Nach einer intensiven Einführung in jüdische Lebensgewohnheiten wurde wochenlang zweimal wöchentlich auf dem jüdischen Friedhof gearbeitet, die Schwäbische Zeitung berichtete ausführlich darüber. Dass die Schüler sich nach ihrem Arbeitseinsatz auch aktiv in die Gedenkstunde einbrachten, bewies, dass der Umgang mit einem eher für Jugendliche ungewöhnlichen „sozialen Projekt“ nachhaltig war. In Charlotte Mayenberger und Ralf Liesner fanden die Jugendlichen der JERS jedenfalls das beste ehrenamtliche Vorbild, das man sich vorstellen kann und sie kümmerten sich während des gesamten Projekts hervorragend um die Schüler. Deutlich wurde dies auch am Ende der Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof am 9. November 2011: Eine Schülerin der Jakob-Emele-Realschule überreichte den beiden Ehrenamtlichen aus Bad Buchau ein Foto der Gruppe mit allen Unterschriften als Dankeschön für die gemeinsame Zeit. Ralf Liesner kommentierte diesen Projekt-Abschluss sichtlich beeindruckt: „Ja wo sieht man denn so was? Da bedanken sich Jugendliche dafür, dass sie arbeiten durften!“
Sabine Jacob 11/2011
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